Liebewohl

Liebe: Definition

"Romeo und Julia" / Fotograf: Christian FürstVersuche, den Begriff "Liebe" zu definieren, werden leicht unübersichtlich:
Da wird unterschieden zwischen den Liebesobjekten (Partnerliebe, familiäre Liebe, Nächstenliebe, Selbstliebe, Objektliebe, Ideenliebe, Gottesliebe oder auch die "objektlose Liebe"), und auch bei der Partnerliebe wird differenziert zwischen der spielerisch-sexuellen Liebe ("ludus"), der besitzergreifenden Liebe ("mania") und der auf Vernunftsgründen basierenden Liebe ("pragma").

Bei diesen vielen Liebesarten stellt sich vielleicht die Frage ein: Gibt es in der Partnerliebe Formen einer Liebesbeziehung, die für die Partnerschaft und für beide Partner gut sind und die Partnerschaft stützen? Der Beziehungsexperte und Eheberater Hans Jellouschek meint "Ja" und führt das in seinem Buch "Die Kunst als Paar zu leben" näher aus. Zusammenfassend lässt sich dazu sagen:

Vielfach entwickelt sich zu Beginn einer Liebesbeziehung die sog. "Romantische Liebe" (von Jellouschek eher als "neo-romantisches Liebesideal" bezeichnet). Zu Verstehen ist darunter eine "leidenschaftliche, umfassend geistig-gefühlsmäßig-sexuelle Zuneigung zwischen Mann und Frau" (zitiert nach Herrad Schenk: "Freie Liebe - wilde Ehe"). Obwohl es vielleicht wünschenswert wäre, diese romantische Liebe auf Dauer zu erleben, sieht die Realität bei den meisten Paaren jedoch anders aus: Das Erleben verändert sich im Laufe der Zeit, die rosaroten Wolken verschwinden, die Intensität der Gefühle lässt nach.

Um die Partnerschaft auf Dauer aufrechtzuerhalten, ist es daher erforderlich, die "romantische Liebe" zu transformieren in eine "Liebende Begegnung", in der die Partner einerseits an der Beziehung aktiv arbeiten, beispielsweise in dem Probleme angesprochen und bearbeitet werden, Gemeinsamkeiten kultiviert werden, die Partner füreinander da sind und sich umeinander kümmern. Andererseits soll auch das Spielerische, das was gemeinsam mit dem Partner erfahren werden kann nicht zu kurz kommen, beispielsweise in Zärtlichkeiten, Sexualität, dem Geborgensein des Zusammenseins, der gemeinsamen Umsetzung von Phantasien, Wünschen oder Bedürfnissen.

Gelingt dieser Prozess und das Er-Leben dieser Anteile in der Beziehung, kann sie auf Dauer funktionieren und die Liebe bleibt.

Neben der romantischen Liebe und der liebenden Begegnung gibt es noch weitere Formen von Liebesbeziehungen, von denen Jellouschek einige aufzählt, beispielsweise

  • Verschmelzung ("Ohne Dich kann ich nicht leben!")
  • Selbstverwirklichung ("Du sollst für mich da sein!")
  • Totalanspruch ("Du bist mein Ein und Alles")
  • Sexuelle Lust (ohne weitere Beziehung)

Jeder dieser Formen birgt seiner Meinung nach Gefahren für die Beziehung, beispielsweise weil sie nicht ausgewogen sind oder weil Sexualität als einzige Basis einer Beziehung auf Dauer meistens nicht ausreichend ist.


Zitat

I don't care what consequence it brings
I have been a fool for lesser things
I want you so bad, I think you ought to know that
I intend to hold you for the longest time
(Billy Joel: For The Longest Time)

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