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Herausforderungen: Eifersucht

Eifersucht, also die Angst, den geliebten Partner an eine andere Person zu verlieren, kommt wohl in jeder Beziehung vor, da man sich nie absolut sicher sein kann, den Partner fest an sich gebunden zu haben. Daher gilt es, in der Paarbeziehung mit dieser Herausforderung umzugehen.

Arten der Eifersucht

Reaktive Eifersucht vs. Misstrauische Eifersucht

"jealousy" - Fotograf: Panayotis

Bei der "reaktiven Eifersucht" hat der Eifersüchtige einen realen Anlass, eifersüchtig zu sein, beispielsweise weil der Partner eine partnerähnliche Beziehung zu einem anderen Menschen eingegangen ist oder er eine bestimmte Situation erlebt, die Eifersucht hervorruft (beispielsweise wenn der Partner mit einem anderen flirtet oder ein Ex-Partner auftaucht).
Bei der "misstrauischen Eifersucht" existiert die Bedrohung dagegen beim Eifersüchtigen nur in der Vorstellung, ohne dass es einen realen äußeren Anlass als Auslöser für die Eifersucht gibt. Stattdessen liegt der Auslöser häufig in der eigenen Persönlichkeit des Eifersüchtigen begründet, nämlich dann, wenn der Eifersüchtige nur ein geringes Selbstwertgefühl hat und in der Partnerschaft unsicher ist.

Während der Eifersüchtige bei einer "reaktiven Eifersucht" am ehesten Trauer fühlt, dominieren bei der "misstrauischen Eifersucht" vor allem Wut und Selbstzweifel. Ist unklar, ob es einen realen Anlass gibt, wird vor allem Angst erlebt.

Mäßige Eifersucht vs. extreme Eifersucht

In der "mäßigen" Form kann Eifersucht ein positives Zeichen dafür sein, dass sich beide Partner vertrauen, aber auch eine große gegenseitige Abhängigkeit besteht, die dann beim einen oder bei beiden zur Eifersucht führen kann. Eine "extreme" Eifersucht, bei der einer der Partner durch seine starken Verlustängste überreagiert, wird im Gegensatz dazu zu einer großen Belastung für die Beziehung werden, wenn es sich um eine "misstrauische Eifersucht" ohne konkreten Anlass handelt.

Eifersucht bezüglich sexueller Untreue vs. Eifersucht bezüglich emotionaler Untreue

Frühere Untersuchungen kamen zum Ergebnis, dass Männer häufiger die Befürchtung haben, ihre Frau würde sie sexuell betrügen (sexuelle Untreue), während Frauen eher befürchten, der Mann würde sich emotional zu einer anderen Frau hingezogen fühlen (emotionale Untreue).
Neuere Untersuchungen können diese Mann-Frau-Unterscheide nicht mehr bestätigen. Stattdessen zeigt sich, dass Paare mit starker emotionaler Bindung eher Eifersucht bezüglich emotionaler Untreue entwickeln, während sehr eigenständige Partner eher Eifersucht bezüglich sexueller Untreue zeigen.

Eifersucht durch bestimmte Krankheiten

Bei bestimmten Krankheiten kann es bedingt durch die Krankheit zu "misstrauischer Eifersucht" kommen, u.a. bei Alkoholabhängigkeit, Schizophrenie, bestimmten Hirnschädigungen oder auch Alzheimerdemenz. In vielen Fällen kann diese krankheitsbedingte Eifersucht mit Medikamenten verringert werden.

Umgang mit Eifersucht

Eifersucht entsteht bei einem Partner, wenn er unsicher ist, dass die bestehende Paarbeziehung gefestigt ist. Ob und wann wir eifersüchtig werden hängt unter anderem mit unserer Vorstellung und Definition von Treue, unserer Anfälligkeit für Verlustängste, unseren Bedürfnissen und unseren Ansprüchen an die Beziehung ab. Jeder hat hier seine eigenen Maßstäbe und Vorstellungen, sodass es gut ist, wenn wir uns mit unserem Partner darüber austauschen, damit unsere und umgekehrt auch seine Verhaltensweisen für den anderen besser verständlich sind. Hilfreich kann auch sein zu akzeptieren, dass "mäßige Eifersucht" ein angemessenes Gefühl ist, mit dem ein Bedürfnis verbunden ist.

Der Eifersüchtige

Wer eifersüchtig ist und nach Wegen sucht, damit umzugehen, sollte sich zunächst darüber klar sein, dass er selbst und nicht der Partner für das Gefühl der Eifersucht verantwortlich ist.
Die eigene Autonomie zu entdecken und damit und überhaupt das eigene Selbstvertrauen zu stärken, ist ein wichtiger Schritt. Sich selbst und auch dem Partner einzugestehen, dass eifersüchtige Gefühle da sind gibt die Gelegenheit, mit dem Partner darüber zu reden, den Gefühlen auf den Grund zu gehen und herauszufinden, was vom Partner gebraucht wird, um das Gefühl nicht zu mächtig werden zu lassen.
Und schließlich ist es gut, sich (auch) auf die positiven Rückmeldungen des Partners zu fokussieren, die eine Rückversicherung sind, dass die Paarbeziehung stimmt und sicher ist.

Der Partner des Eifersüchtigen

Wer merkt, dass der Partner Eifersucht zeigt, sollte sich dem Partner zuzuwenden und ihm bestätigen, welche Wichtigkeit er hat und welche sichere Verbundenheit mit ihm besteht.
Darüber hinaus kann gemeinsam geklärt werden, was hinter der Eifersucht steckt und wie eine Balance erreicht werden kann, in dem die Bedürfnisse jedes Partners berücksichtigt sind, ohne dass die Eifersucht zu viel Raum in der Beziehung einnimmt.

Herkunft des Wortes

Laut Wikipedia existiert das zusammengesetzte Substantiv Eifersucht erst seit dem 16. Jahrhundert, das davon abgeleitete Adjektiv eifersüchtig erst seit dem 17. Jahrhundert. Das Wort selbst ergibt sich aus der Zusammensetzung des indoeuropäischen "ai" (Feuer), dem althochdeutschen "eiver" (das Herbe, Bittere, die Erbitterung) und dem althochdeutschen "suht" (Krankheit, Seuche), es ist also die "feurig-bittere Seuche".


Statistische Daten

Eifersucht ist laut einer GfK-Umfrage für 48 Prozent der befragten Deutschen ein Zeichen dafür, wie wichtig man dem anderen ist. 43 Prozent meinen, dass Eifersucht in einer guten Beziehung nicht vorkommen sollte. Zu großes Misstrauen zerstöre die Beziehung, meinen 87 Prozent. Von den Befragten, die in einer Beziehung leben, empfindet jeder Dritte (35 Prozent) Eifersucht als "verletzendes Misstrauen". (Quelle: Mannheimer Morgen, 29.11.2011)


Zitate

Wenn es so weit ist: wenn der Blick zweier Augen, der Glanz eines vertrauten Gesichtes, den du jahrelang auf dich bezogen hast, plötzlich einem andern gilt; genau so. Ihre Hand, die dem andern in die Haare greift, du kennst sie. Es ist nur ein Scherz, ein Spiel, aber du kennst es. Gemeinsames und Vertrautes, jenseits des Sagbaren, sind an dieser Hand, und plötzlich siehst du es von außen, ihr Spiel, fühlend, dass es für ihre Hand wohl keinen Unterschied macht, wessen Haar sie verzaust, und dass alles, was du als euer Letzteigenes empfunden hast, auch ohne dich geht; genau so.
(Max Frisch: Tagebuch 1946-1949)

Wo Liebe herrscht, da weilt die Eifersucht;
Sie nennet sich der Liebe sichre Wache,
Schlägt falschen Lärm, denkt immer nur an Flucht,
Und träumt im Frieden selbst von Mord und Rache.
Sie stört der Liebe Ruh’ in blinder Wuth,
Wie Luft und Wasser hemmt des Feuers Gluth.
(William Shakespeare: Venus und Adonis)

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